Sophie Lydia Mattheis, Betreuung: Marek Konarski, 90 x 120 cm, Öl, Acryl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Brase

Sophie Lydia Mattheis, Betreuung: Marek Konarski, 90 x 120 cm, Öl, Acryl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Man sagt das Auge ist der Spiegel zur Seele und so ist es nur passend, dass diese Ortschaft auf einen Blick in einem Bild festgehalten und damit die Seele des Dorfes widergespiegelt wird. Die Bewohner von Brase sind der Natur verbunden und treffen sich seit dem Jahr 1997 am „Tage der Arbeit“, egal bei welchem Wetter, am „Grünen Fleck“, um sich neben einer Feuerschale auf den neuesten Stand zu bringen, gemeinsam zu essen und zu trinken. Der kleine Ort mit seinen alten Hofstellen und Fachwerkhäusern liegt direkt in einem Leinebogen, weshalb jedes Hochwasser Uferstücke abreißt, sodass man an manchen Stellen von einem steilen Hang sprechen kann, der mehrere Meter tief zum Fluss hinabfällt. Der Blick des Kunstwerks stiert direkt auf eine alte Schule, die verkauft und zum Wohnhaus umfunktioniert wurde.

Das Auge von Brase, dessen Ortsname im Jahr 1248 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und seither nicht geändert wurde, erzählt im Verborgenen die Geschichte einer Fähre. Eine lange Zeit gab es an der Stelle des heutigen Fährloches eine Furt, über die die Bauern bei Niedrigwasser mit einer Fähre sicher auf die andere Seite der Leine gelangen konnten.

Der Fährbetrieb wurde 1963 eingestellt. Letzte Überreste der alten Querungshilfe befinden sich mit der Seilwinde am „Grünen Fleck“.

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