Sarah Alice Konarski, 100 x 140 cm, Pastelkreide auf Leinwand © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Evensen

Sarah Alice Konarski, 100 x 140 cm, Pastelkreide auf Leinwand © Design & Kunst Konarski

Dieses psychedelische Bild erzählt die Geschichte eines Liebespaares, das sich heimlich in Evensen traf. Die Kurprinzessin von Hannover, Sophie Dorothea, ging eine Affäre mit dem Grafen Königsmarck ein, die ihr schnell zum Verhängnis wurde, weshalb sie ihre Chance Königin von England zu werden, vertan hatte. Sie wurde bis zu ihrem Tod hinter Gitter gesperrt. Ihr Liebhaber wurde ermordet. Der Ehebruch wurde nie vom Hof zugegeben.

Hinter den Gespenstern von Sophie Dorothea und dem Grafen Königsmarck befindet sich das Rittergut Evensen, das eine lange historische und bewegte Geschichte erlebt hat und im Besitz des portraitierten Moritz von Denicke war, der im Jahr 1882 von Kaiser Wilchelm I. geadelt wurde. Nach einer langen Aufbauphase nach dem Verfall aufgrund des 2. Weltkrieges, sollen heute mit modernen Mitteln die Spuren des alten Glanzes wiederhergestellt werden. Seit 1998 wird Interessenten ein Urlaub auf dem Bauernhof angeboten. Darauf folgte die Eröffnung eines Museums mit alten Traktoren sowie land- und hauswirtschaftlichen Geräten.

Die Zucht von exotischen Vögeln, das damalige Hanflabyrinth und die Forellen in Evensen runden die Geschichte der Ortschaft und die verträumte, bewusstseinserweiternde Darstellung dessen ab.

„Mit einer modernen Interpretation der Geschichte Evensens entstand die Idee einer psychedelischen Darstellung, in Kombination mit einem klassischen schwarz-weiß Portrait. Am Projekt mitzuarbeiten war eine spannende Erfahrung, die mir den Balanceakt zwischen Geduld und Vorankommen näherbrachte. […] Meine Eltern haben mir sehr dabei geholfen und mich motiviert, manch Ergebnis nicht gleich zu verteufeln. Sie zeigten mir kleine Lösungen mit großer Wirkung auf und schon war ihr Augenzwinkern wieder präsent, das die Arbeit meiner Eltern schon immer auszeichnete“ erzählt Sarah Alice Konarski über ihre Arbeit an dem Bild.

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