Inken Preussler, Betreuung: Gina Gass und Marek Konarski, 115 x 85 cm, Öl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Helstorf

Inken Preussler, Betreuung: Gina Gass und Marek Konarski, 115 x 85 cm, Öl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Für die Auszeichnung als „Das schönste Dorf der Region“ zwischen 1989 und 1985 dient zur Erinnerung ein Brunnen, das im Zentrum des Bildes steht und vor dem Naturdenkmal, der alten Eiche, platziert ist. Der große Baum mit arttypischem Habitus wurde aufgrund seiner Schönheit als schutzwürdig erklärt und prägt das Ortsbild von Helstorf. Auf diesem Kunstwerk wird die Eiche vom Wappen geschmückt, das einen Richterhut und zwei gekreuzte Handschuhe für den Patrimonialgerichtsherrn Johann Hemme sowie eine Kastenfähre zur Erinnerung an den ehemaligen Fährenbetrieb auf der Leine abbildet. Im Hintergrund ist die Saalkirche aus dem Jahr 1751 mit angrenzendem Holzturm sowie eine Schmiede mit Windfänger zu entdecken. Die Schmiede gilt als sehr bekannt in der Region, kann nach Absprache besichtigt werden und dient häufig als Veranstaltungsort.

Rechts neben dem Baum markiert ein Schild mit der Aufschrift „Hexengasse“ einen Weg, von dem damals mit dem Spruch „Wehe, man flüchte in Helstorfs Hexengasse“ abgeraten wurde. Die Sage basiert auf der sprudelnden Phantasie und Einbildungskraft der damaligen Bewohner. Aufgrund der Anordnung der Häuser und Scheunen an diesem Weg erzeugte ein Wind aus Osten ein gruseliges Heulen und Pfeifen. Darüber hinaus ist der Vollmond an bis zu drei aufeinander folgenden Nächten von der Brückenstraße aus, exakt über dem Ende der Gasse, zu sehen. Das Mondlicht wurde lediglich von den Zweigen der damals dort stehenden Eichen gebrochen. Das Zusammenspiel aus Ästen und dem Mondlicht vermittelte den Eindruck von huschenden Besen im Licht. Trat ein Zecher damals aus dem Gasthaus Wienhöfer in der Dunkelheit den Heimweg an, ging die Phantasie aufgrund des Windes und der Schattenspiele mit ihm durch, sodass der Rückweg ins Wirtshaus angepeilt wurde, um vom schlimmen Erlebnis zu berichten.
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