Marek Konarski, 130 x 100 cm, Öl, Acryl, Fotocollage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Mandelsloh

Marek Konarski, 130 x 100 cm, Öl, Acryl, Fotocollage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Auf den Spuren von Mandelslohs Historie wird mit ritterlichen Geschichten die Neugier eines jeden Entdeckers geschürt. Einer Legende nach soll der Ritter Herzog von Burgund in einer Normannenschlacht bei Ebstorf im Jahr 880 gefallen und sein Leichnam von seiner Schwester nach Mandelsloh gebracht worden sein. Neben dieser Sage spielt auch die St. Osdag-Kirche eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Ortschaft, denn sie gilt als erster monumentaler Backsteinbau im Norden Deutschlands. Die Kirche, die bis heute im Ort vorzufinden ist, entstand zwischen den Jahren 1175 und 1190 und lässt sich als kreuzförmige Pfeilerbasilika aus Bachstein beschreiben. Die Kirche ist dem Ortheiligen St. Osdag gewidmet, der in einer der Wandmalereien von circa 1425 im Innenraum des Gebäudes zu sehen ist. Ebenfalls den Wandmalereien entspringen die Ornamente, die das Kunstwerk zieren. Die prunkvolle Orgel der Kirche stammt aus dem Jahr 1878. Auf dem alten Kirchhof befindet sich das Denkmal für die Kriegstoten des 1. und 2. Weltkriegs.

Ein weiterer Blickfang des Ortes Mandelsloh ist die Holländermühle, die als solche erst 1906 nach dem Brand der alten Mühle 1899 gebaut wurde. Bis 1954 wurde sie mithilfe ihrer Flügel angetrieben, bis 1954 mit Elektroantrieb und galt damit als erste ihrer Art in dieser Region. Im Jahr 1992 wurde die Mühle für Wohnzwecke umgebaut.

Zwei Wappen kennzeichnen abschließend die im Kunstwerk festgehaltene Geschichte der Ortschaft. Der Ortswappen oben rechts im Bild zeigt drei Ähren als Sinnbild der Bevölkerung, die überwiegend Landwirtschaft betreibt. Als weiteres Motiv dient das Büffelhorn, das dem Wappen der Familie von Mandelsloh mit deren Zustimmung entnommen wurde und seit 800 Jahren von Mandelsloh geführt wird. In der unteren Hälfte des Bildes ist das Wappen der adligen Familie der Ortschaft, dem das Büffelhorn entnommen wurde, dargestellt.

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