Anna Niffka-Konarski, 100 x 100 cm, Digitale Fotocollage auf Acrylplatte © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Poggenhagen

Anna Niffka-Konarski, 100 x 100 cm, Digitale Fotocollage auf Acrylplatte © Design & Kunst Konarski

Was haben ein Frosch und der Ort Poggenhagen gemeinsam? Überraschenderweise eine ganze Menge, denn der Wortteil „Pogge“ bedeutet „Frosch“. Letzterer Teil „Hagen“ trägt die Bedeutung „Wald“. Wenn wir von Poggenhagen sprechen, meinen wir also den Froschwald. Grund genug, um den Frosch zum Zentrum des digital entstandenen Kunstwerks zu erklären. Warum dieser Frosch einen Zylinder trägt? Bereits lange vor dem 10. November 1382, als der Ortsname Poggenhagen erstmalig in einem Vertrag urkundlich erwähnt wurde, entstand das Dorf unter dem Grafen von Roden.

Was einem, abgesehen vom Frosch, direkt ins Auge springt, ist das Rittergut im Hintergrund. Es entstand als Adelssitz der „von Campens“ in den Jahren 1704 bis 1726 und wird heute nach mehrfachem Besitzerwechsel von der Familie Harms als landwirtschaftlicher Betrieb geführt.

Wer sich die Zeit nimmt, entdeckt in den Blättern im oberen Teil der Collage eine Zusammenfassung an bedeutender Historie. Auf den orangefarbigen Blättern in der rechten Ecke erspäht man ein Haus, das die Stadt Neustadt 1754 für den Moorvogt als erstes Gebäude der Kolonie Moordorf errichtet hatte, einen alten 50-Pfennig Schein und eine Volksschule, die Moordorf im Jahre 1914 erhielt.

Die grünen Blätter auf der linken Seite verkörpern den industriellen Torfabbau und zeigen den Industriebetrieb Dyckerhoff im 50. Jubiläumsjahr 1958, Dr. Eduard Dyckerhoff - ein Industrieller mit Weitsicht und Tiefpflüge, mit denen das Moor bis zu zwei Meter tief umgebrochen wurde.

Weitere Motive, die die Blätter in der Mitte und auf der rechten Seite zieren, sind ein Stein mit der Aufschrift „Moordorfer Brink“, eine Bezeichnung für öffentliche Plätze oder der Gemeinheit angehörenden Viehweiden, der Bahnhof, die Moorlandschaft und ein Eisenbahntriebwagen aus dem Jahr 1929, aufgrund der damaligen Bremsversuche des Schienenzeppelins auf der Strecke Poggenhagen – Nienburg.
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