Maite Noack und Tialda Sophie Drechsler, Grundschule Hagen, Betreuung: Marek und Anna Konarski, Anja Pfeiffer, 100 x 100 cm, Acryl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Scharrel

Maite Noack und Tialda Sophie Drechsler, Grundschule Hagen, Betreuung: Marek und Anna Konarski, Anja Pfeiffer, 100 x 100 cm, Acryl, Fotocollage, Assemblage auf Holz © Design & Kunst Konarski

16 Puzzleteile, die die besonderen Eigenschaften des Ortes Scharrel zu einem Bild zusammenfügen, werden in dieser kreativen Umsetzung dargestellt. Ob Sie das richtige Puzzleteil zum genannten Ortsmerkmal auf Anhieb finden?

Das Wappen von Scharrel ziert zwei Puzzleteile des Gesamtbildes. Es ist ein geteiltes Schild, das in der oberen Hälfte eine stilisierte, gezinnte grüne Burg mit zwei gekreuzten, dreiblättrigen Lindenzweigen darüber aufzeigt. Die untere Hälfte ist erneut zweigeteilt und zeigt einerseits einen Karrenpflug, andererseits zwei gekreuzte silberne Torfspaten. Weitere Puzzleteile bilden das Kriegerdenkmal, einen kleinen Teich, spielende Kinder, Musik und Tanz, die blühende Natur mit Storchen und Pflanzen ab. Die Ortschaft selbst liegt innerhalb einer Feld- und Moorlandschaft zwischen der Niederung der Leine und dem Otternhagener Moor.

Einen dominanten Platz nimmt die Milchrampe – eine Abholstelle für Milchkannen – im Puzzle ein. Von dort aus erfolgte der Weitertransport in die Molkerei in Hagen. Damals wurde die Kanne noch mit einem Pferdewagen transportiert, mit einer fortschreitenden Entwicklung dann mit Traktoren der Landwirte aus Scharrel. Heute wird die Milch mit einem von der Molkerei Winkelmann zur Verfügung gestellten LKW abgeholt. Auch die Milchlieferung unterliegt bestimmten Bedingungen aus der Verfügung aus dem Jahr 1934, die eingehalten werden müssen: Zum einen muss die Milch direkt nach dem Melken gut durchgeseiht und unverfälscht, so wie sie von der Kuh kommt, abgeliefert werden. Das Geschirr, das zur Lieferung der Milch gebraucht wird, muss nach jeder Nutzung gründlich gereinigt und getrocknet werden. Holzgefäße gelten nicht als angebrachtes Geschirr und sind somit ausgeschlossen.

Zum ersten Mal wurde Scharrel als „Scharle“ in den Schriften des Klosters Loccum im Jahr 1313 urkundlich erwähnt.

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