Florian Sachse, 120 x 100 cm, Graffiti © Design & Kunst Konarski

Kunst am Bahnhof

Am Neustädter Bahnhof werden Pendler, Fahrgäste und Besucher von einer Kunstausstellung der anderen Art begrüßt: In einer Reihe gemalter Bilder werden ihnen die Geschichte der Stadt und der dazugehörenden Ortschaften vorgestellt. Marek Konarski und Anna Niffka-Konarski haben die insgesamt 38 Werke in Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Neustädter Umkreis erarbeitet.

Schneeren

Florian Sachse, 120 x 100 cm, Graffiti © Design & Kunst Konarski

Für den Beitrag zu seinem Heimatdorf hat Florian Sachse drei Sehenswürdigkeiten für die Darstllung ausgewählt: Die evangelische “Kirche zum guten Hirten”, das Dorfgemeinschaftshaus und die alte Dorfmühle. Sie sind durch einen Ausschnitt in einem klassischen Scheunentor gezeigt, der die Form eines Birkhahns hat, dem Wappentier Schneerens.

Das “Dorf der tausend Eichen” Schneeren wurde erstmals im Jahre 1215 urkundlich erwähnt. Damals noch als “snedere”, was so viel wie Schneide oder Grenze bedeutet, aber auch Gebiete in der Nähe von Mooren beschrieb. Inmitten des Naturparks Steinhuder Meer gelegen, ist Schneeren neben vielen Äckern und Feldern auch von wunderschönen Mischwäldern umgeben, in denen man gerne verweilt. Auch das Steinhuder Meer, ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet, ist nicht weit entfernt.

„Besonders an Schneeren gefällt mir das traditionelle Dorfleben mit Kühen, Pferden, und anderen Nutztieren, die restaurierten Fachwerkhöfe und die alten Eichen und Kastanien“, erzählt der Künstler. Die “Kirche zum guten Hirten” ist als eines der höchsten Gebäude schon von weitem erkennbar. Erbaut im Jahre 1724 ist sie vermutlich bereits die dritte Kirche an dieser Stelle. „Vor allem das weithin hörbare Glockenspiel bereichert für mich schon immer den Dorfalltag.“

Das schön restaurierte Fachwerkhaus – ein sogenanntes “Zweiständer Hallenhaus” – an der Hauptstraße ist das Dorfgemeinschaftshaus. Es ist das wohl älteste Wohnwirtschaftsgebäude Schneerens und wurde 1763 erbaut. Anfang der 1990er Jahre wurde es vom Schneerener Heimatverein und der Stadt Neustadt denkmalgerecht restauriert. Heute dient es als Versammlungsort für Vereine und kann für alle Arten von Feierlichkeiten gemietet werden.

Einen ebenso schönen Anblick bietet die restaurierte Mühle aus dem Jahre 1871. Den Baustil mit dem Ziegelturm und der drehbaren Mühlenkappe nennt man “Erdholländer”. Sie war noch bis 1950 im Betrieb. Durch einen Blitzschlag schwer beschädigt, wurde sie danach als Wohnhaus genutzt. Erst 2012 begannen umfassende Renovierungsarbeiten, infolge derer auch die fehlenden Mühlenflügel ersetzt wurden. Mittlerweile kann die liebevoll ausgebaute Mühle sogar als Ferienwohnung gemietet werden.

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