Vom Modellprojekt zum Modellvorhaben

Die Niedersächsische Staatskanzlei möchte mit interessierten Kommunen im Rahmen einer informellen Bürgerbeteiligung ein neues Handlungsfeld entwickeln und hat gemeinsam mit dem Niedersächsichen Kultusministerium das Modellprojekt "Kooperativer Hort" ins Leben gerufen. Auf dieser Seite finden Sie den Weg von der Beteiligungs- zur Erprobungsphase. Das Neustädter Konzept steht unten auf dieser Seite zum Herunterladen bereit.

  • Modellvorhaben Kooperativer Hort - die Erprobungsphase

    Nach Abschluss des Modellprojektes der informellen Bürgerbeteiligung am Beispiel des Kooperativen Hortes hat das Kultusministerium nun alle beteiligten Kommunen eingeladen, ihre enwickelten Konzepte zu erproben. Dies soll innerhalb eines vierjährigen Modellvorhabens gem. § 11 Abs. 2 KiTaG geschehen.

    Aus diesem Grund setzten sich am 15.08.2016 alle Beteiligten (Trägervertreter von Schule und Hort, Schulleitungen, Hortleitungen) an einen Tisch, um zu diskutieren wie das Modell des Kooperativen Hortes in die Umsetzung gehen kann.

    Es soll zunächst für jeden Standort ein pädagogisches und räumliches Konzept erarbeitet werden. Da dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird, ist ein Start vor dem 01.08.2018 nicht möglich. Hierfür muss folglich zum 01.12.2017 der teilgebundene Ganztag bei der Landesschulbehörde beantragt werden.

    Der Jugend- und Sozialausschuss und der Schulausschuss haben in ihrer gemeinsamen Sitzung am 27.09.2016 ihre Zustimmung zum Modellvorhaben erteilt. Im Rat wurde am 20.10.2016 beschlossen, "im Rahmen der Beteiligung am Modellvorhaben „Kooperativer Hort“ die Voraussetzungen für die Einführung eines teilgebundenen Ganztagsbetriebes unter Einbeziehung der Schulform „Verlässliche Grundschule“ an den Grundschulen Michael Ende Schule in der Kernstadt und Mandelsloh/Helstorf für den ländlichen Bereich zu schaffen und bei der Landesschulbehörde die Genehmigung gemäß § 106 Absätze 1 und 8 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) zu beantragen."

    Im weiteren Verlauf müssen nun die pädagogischen und räumlichen Konzepte erarbeitet werden. Um das weitere Vorgehen zu besprechen fand am 08.12.2016 ein Projektauftaktgespräch mit allen Beteiligten statt (Schulträger, Kita-Träger, PädagogInnen, EzieherInnen, Landesschulbehörde, Verwaltungsmitarbeiter).

  • Modellprojekt der informellen Bürgerbeteiligung - die Beteiligungsphase

    Die Stadt Neustadt a. Rbge. wurde neben drei weiteren Kommunen (Aurich, Salzgitter und Osterholz-Scharmbeck) vom Land Niedersachsen ausgewählt, sich am Modellprojekt zur informellen Bürgerbeteiligung am Beispiel des "Kooperativen Hortes" zu beteiligen. Das vom Kultusministerium und Staatskanzlei initiierte Modellprojekt soll erstmals die informelle Bürgerbeteiligung und die Erarbeitung wichtiger inhaltlicher Fakten und Fragestellungen durch Experten und Betroffene sowie die Umsetzung dieser Erkenntnisse im Rahmen eines Modellprojektes vor dem eigentlichen Gesetzgebungsverfahren stattfinden lassen. So kann der Gesetzgeber auf wichtige Erfahrungen aus dem Modellprojekt zurückgreifen und die Erkenntnisse aus dem Projekt in den Gesetzestext mit einfließen lassen. Den Modellkommunen wurden Berater der Firma Hammerbacher GmbH zur Seite gestellt.

    Vorausgesetzt wurde, dass in der Modellkommune eine Grundschule zur Verfügung steht, die noch nicht über ein Ganztagsangebot verfügt, aber in Abstimmung mit Lehrerkollegium und Schulelternrat die Absicht hat, ein Ganztagsangebot mit Hortangebot in Kooperation mit einem freien Träger und ggf. weiteren Kooperationspartnern anzubieten.

    In der Stadt Neustadt a. Rbge. nahmen die Grundschule Michael Ende Schule in der Kernstadt sowie im dörflichen Bereich die Grundschule Mandelsloh/Helstorf mit den dazugehörigen Horten (Ev.-freikirchl. Hort Regenbogenland in der Kernstadt sowie der städtische Hort Helstorf und der ev.-luth. Hort Mandelsloh) an dem Projekt teil.

    Auftakt der Vorbereitungsphase war ein gemeinsames Gespräch aller Modellkommunen im Kultusministerium am 01.07.2015. Hier wurden Verabredungen zum weiteren Vorgehen getroffen. Am 13./14.07.2015 besuchten die Berater der Hammerbacher GmbH die Stadt Neustadt a. Rbge., um persönliche Eindrücke über Stadt und Stadtteil, Ansprechpartner und Akteure zu bekommen. Die Projektarbeit orientierte sich am gemeinsam erarbeiteten Zeitplan.

    Von September bis Dezember 2015 wurden die unterschiedlichen Perspektiven verschiedenster Beteiligter in Workshops erarbeitet und anschließend ausgewertet. Befragt wurden: Eltern, Hortkinder, ehemalige Hortkinder, pädagogisches Personal aus Schule und Kindertagesstätte. Weiterhin eingebunden wurden auch Trägervertreter der Horte, Politik, Verwaltungsmitarbeiter sowie mögliche Kooperationspartner wie Stadtjugendpflege, Feuerwehr, Sportvereine, Musikschule, Jugendkunstschule etc. Das Angebot der Workshops wurde gut angenommen. Folgende wesentliche Kernaussagen wurden in den Workshops herausgearbeitet (keine vollständige Aufzählung):

    Die Eltern forderten sowohl ausreichend Familienzeit als auch eine bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein wesentlicher Kernpunkt dabei war, dass eine sichere und weithin planbare Ferienbetreuung angeboten werden soll. Auch der Anspruch an qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher sowie Pädagoginnen und Pädagogen wurde genannt, um eine nachhaltige Lern- und Lehratmosphäre zu schaffen. Für die Kinder war ein wesentlicher Aspekt die Unterstützung bei den Hausaufgaben. Insbesondere die Freizeitphasen mit Möglichkeiten der Entspannung und Bewegung sollten nicht zu kurz kommen. Das pädagogische Personal aus Kita und Schule hob den „Umgang auf Augenhöhe“ hervor sowie die Zusammenführung von Schule und Hort unter einem Dach als gemeinsamer Lebens- und Lernraum.

    Abschluss der Arbeitsphase war eine große Arbeitskonferenz am 05.12.2015 mit allen Beteiligten zur Erarbeitung eines Grundkonzeptes für den Kooperativen Hort, welches im Anschluss von der Stadtverwaltung weiter auszuarbeiten war.

    Am 01.03.2016 hat die Stadt Neustadt a. Rbge. ihr Konzept „Kooperativer Hort als eigene Bildungsinstitution“ öffentlich vorgestellt:

    Vorgesehen ist ein „Bildungshaus“, bei dem Schule und Hort im Sinne von Lernen – Leben – Lehren unter einem Dach vereint werden, um ein ganzheitliches Bildungskonzept zu verwirklichen. Ferner empfiehlt das Konzept ein teilgebundenes Ganztagsangebot, in dessen Rahmen die Schülerinnen und Schüler an mindestens zwei Tagen zum ganztäglichen Schulbesuch verpflichtet sind und die weiteren Tage offen durch den Hort gestaltet werden können. Vorgesehen ist dabei den differenzierten Unterricht oder aber auch vertiefendes nachhaltiges erlebnisorientiertes Lernen parallel mit Lehrer und Erzieher auszugestalten. Darüber hinaus wird die ganztägige Betreuung der Kinder (auch während der Ferienzeit) ebenfalls durch den Hort ermöglicht. Außerschulische Kooperationspartner, wie örtliche Vereine, Kunst- und Musikschulen oder Jugendfeuerwehren sollen in das ganzheitliche Bildungskonzept eingebunden werden. Die Finanzhilfefähigkeit des Hortes bleibt dabei erhalten. Ferner ist die Kapitalisierung von Lehrerstunden zur Finanzierung der offenen Angebote vorgesehen.

Sie möchten ausführliche Informationen zum "Kooperativen Hort" haben? Dann schauen Sie in das Konzept.

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2016 Konzept Kooperativer Hort NRÜ.pdf631.96 KB02.06.2017
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