Neustadts Zukunft braucht Geduld und Einsatz!

Uwe Sternbeck blickt auf das Jahr 2017 zurück und gibt einen Ausblick auf 2018.

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

viele von Ihnen mussten im Jahr 2017 warten. Es gab unzählige Beispiele dafür. Einige warteten auf wichtige Post, andere bekamen keine zeitnahen Termine für medizinische Untersuchungen. Allerdings mussten sehr viele von Ihnen auch auf den Straßen im Stadtgebiet Geduld aufbringen.

Dabei fing alles noch relativ harmlos an. Die Stadtverwaltung informierte bereits am 25. Januar 2017 über den geplanten Ausbau des zweiten Streckenabschnitts der Mecklenhorster Straße, der dann am 02. Mai 2017 auch begann. Leider wird seit Ostern diese Baumaßnahme durch die Brückensperrung der Bundesstraße 6 für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen begleitet. Durch die Koppelung der Ereignisse musste der Schwerlastverkehr auf die bekannte Umleitungsstrecke geführt werden, der vor allem unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger in Suttorf, Basse und Empede stark belastet.

Nun hilft es den Menschen im Neustädter Land wenig, dass diese Straßenbaumaßnahmen wie im Übrigen die oben genannten beispielhaften Wartezeiten nicht der Stadt Neustadt a. Rbge. zugerechnet werden können. Ich kann Ihnen versichern, dass die Stadtverwaltung zumindest bei den vorhandenen Straßenbaumaßnahmen sich auch künftig dafür einsetzen wird, zu schnellen und transparenten Lösungen und Entscheidungen mit den beteiligten Trägern zu kommen. Beispielhaft nenne ich hier nur die gemeinsame öffentliche Veranstaltung mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die am 6. Juni 2017 stattfand, um einen Überblick über die Lage, die bereits angelaufenen Maßnahmen und weiteren Planungen zur Ertüchtigung der B6-Brücke sowie den daraus resultierenden Folgen für den Verkehr im Neustädter Land zu geben.

Mir ist durchaus bewusst, dass rund 694.000 Staus mit über 1,3 Millionen Kilometer Staulänge und 419.000 Staustunden, wie im Bericht des ADAC für das Jahr 2016 zu lesen war, bereits bundesweit einige Nerven der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gekostet haben. Ich muss davon ausgehen, dass diese Problematik auch in den künftigen Jahren bestehen wird, da die Infrastruktur im Hoch- und Tiefbaubereich vielerorts abgängig ist. Das ist auch in Neustadt am Rübenberge nicht anders. Dies ist nicht zuletzt eine Folge einer Verkehrspolitik des Bundes über viele Jahrzehnte, die nur den Neubau nicht aber den Erhalt der Verkehrswege im Blick hatte.

In Neustadt am Rübenberge wird beispielsweise der letzte Bauabschnitt der Mecklenhorster Straße im Januar 2018 beginnen. Darüber hinaus sind weitere Hoch- und Tiefbaumaßnahmen für das Jahr 2018 bereits geplant, die ebenfalls zu Behinderungen und Einschränkungen führen werden. Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass diese Projekte letztlich dem Erhalt und der Verbesserung der Infrastruktur dienen. Die Stadtverwaltung wird weiterhin dafür sorgen, die Gesamtbelastung durch die Bündelung von Maßnahmen an Straße, Geh- und Radwegen sowie der Kanalisation so gering wie möglich zu halten.

Nicht nur bei meinen regelmäßigen Besuchen der Stadtteile wird mir von einer unzureichenden Leistungsfähigkeit des Internetanschlusses berichtet. Ich bin deshalb froh, dass auf der Grundlage des Förderprogramm Breitbandausbau und unter der Federführung der Region Hannover das Netz in Neustadt a. Rbge. verbessert wird. Im Einzelnen profitieren rund 2.455 Haushalte sowie 165 Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe vom Breitbandausbau. Die Telekom Deutschland wird für ein schnelles Netz in Amedorf, Evensen, Welze, Luttmersen, Mandelsloh, Warmeloh, Brase, Dinstorf, Hagen, Scharnhorst und Schneeren sorgen. Northern Access kümmert sich um eine bessere Internetverbindung in Bevensen, Lutter (teilweise), Borstel (teilweise), Nöpke (teilweise), Eilvese (teilweise), Niedernstöcken (teilweise) und Weißer Berg. Danach sollen nur noch Haushalte und Unternehmen in Streu- oder Einzellagen unterversorgt bleiben. Daneben gilt es aber auch die Bereiche in Gespräch zu bringen, deren Übertragungsrate nach heutigen Maßstäben schon wieder zu gering geworden ist. Die Breitbrandversorgung hat eine hohe Bedeutung für den ländlichen Raum und die Notwendigkeit eines flächendeckenden Glasfaserausbaus ist unbestritten. Bund und Land haben zwischenzeitlich den hohen Rückstand in Deutschland erkannt. Ich bin zuversichtlich, dass es hier zu Lösungen kommt, von denen auch das Neustädter Land profitieren wird.

Bereits nächstes Jahr werden die ersten Arbeiten für die Zusammenführung des Friedrich-Löffler-Instituts am Standort Neustadt a. Rbge. in Mecklenhorst beginnen. Damit wird unsere Stadt als Standort für wissenschaftliche Arbeit und Forschung erheblich aufgewertet.

Abgeschlossen sind dagegen die Projekte, für die Dudensen im Rahmen der Grünen Woche in Berlin vom Bundeslandwirtschaftsminister mit der Silbermedaille im Januar ausgezeichnet wurde. Drei Busse waren zur Siegerehrung gefahren! Mehr als 2400 Dörfer aus ganz Deutschland hatten sich am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beteiligt. Nur 33 von ihnen qualifizierten sich für die Endrunde. Ein grandioser Erfolg für das Dorf und für das gesamte Neustädter Land.

Der interkulturelle Tag des Kulturnetzwerks am 18.03.2017 mit über 100 Teilnehmenden in sieben Workshops von Tanz/Musik bis Lesewerkstatt war ein großartiger Erfolg. Es zeigte sich ein wachsender Zusammenhalt zwischen Einheimischen und Neuangekommenen, der für die weitere Integration eine gute Perspektive aufzeigte.

Ich bin froh, dass es auch dieses Jahr gelungen ist, die Kinderbereuungsmöglichkeiten im Neustädter Land weiter auszubauen. Zum 01.08. konnte die Krippenkapazität um 15 Plätze erweitert werden. Im Kitabereich wurden 25 Plätze und 8 Hort - Plätze zusätzlich geschaffen. Weitere Stundenerhöhungen gab es in Suttorf, Hagen, Büren und Stöckendrebber. Daneben finden Ausbauten in Otternhagen und Borstel bis Jahresende statt. Damit bleibt in Neustadt am Rübenberge ein hoher Standard in der Versorgungsquote erhalten, wenn auch nicht immer alle Wünsche erfüllt werden können.

Gefreut hat mich wegen der Unwägbarkeiten auch die Mitteilung vom 07.11.2017 von Exxon Mobile, wonach das Bergamt den Rückbau des Bohrplatzes in Nöpke genehmigt hat und es damit keine Gewinnung von Schiefergas in Neustadt a. Rbge. (Fracking) geben wird.

Positiv ist auch der Beschluss des Rates vom 08.06.17, mit dem das Grünflächenmanagementkonzept einschließlich des Beitritts in das Kommunale Bündnis für Biodiversität verabschiedet wurde.

Schön war auch der Auftakttermin am 27.11.2017 für das Netzwerk Frühe Hilfen unter Federführung des Familienservicebüros Neustadt mit ca. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das war gleichzeitig ein Rekord in der Region.

Viele weitere Projekte wurden fortgeführt und werden in den nächsten Jahren in der Umsetzungsphase das Stadtbild nachhaltig verändern. Die anstehenden Großprojekte wie Feuerwehrzentrum, Rathaus und Schulzentrum Süd können aber auch vereinzelt dazu führen, dass kleinere und nachrangigere Dinge mal liegenbleiben müssen. Hierfür bitte ich um Verständnis. Überdies führen sie auch dazu, dass der Haushalt keinen Spielraum mehr hat. Es wird eine essentielle Aufgabe im Jahr 2018, die Kosten dieser Großprojekte generationengerecht zu finanzieren und damit im kommenden Jahr zu beginnen.

Die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge war auch im ablaufenden Jahr immer wieder Thema und insbesondere die Planung für Poggenhagen Thema in verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen. Die Stadtverwaltung wird auch in den künftigen Monaten das Thema immer wieder auf der Tagesordnung haben, um letztlich die Verantwortlichen aus Bund und Region zu einer schnellen und akzeptablen Lösung zu drängen.

Für die Innenstadt war der Beschluss des Rates am 03.08.2017 von hoher Bedeutung, da damit die städtebaulichen Eckpunkte für die Neubebauung der Grundstücke an der Wunstorfer Straße zwischen ZOB und Altstadt manifestiert wurden. Die entsprechende Umsetzung wird auch Herrn Dieter Lindauer beschäftigen, der als neuer Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe nach dem altersbedingten Ausscheiden von Herrn Helmut Eisbrenner fungieren wird. Die Grundstücke an der Wunstorfer Straße befinden sich im Eigentum der Wirtschaftsbetriebe. Feste Absicht von Herrn Eisbrenner ist es noch, dass Hallen- und Naturfreibad „Balneon“ einzuweihen. Darauf kann sich das ganze Neustädter Land freuen.

Gleichermaßen wird das neue Rathaus mit der Integration von Einzelhandelsflächen das Erscheinungsbild der Stadt neu prägen. Zur Rathausplanung wurde ein Fach- und Sachgremium aus Vertretern der Bereiche Politik, Wirtschafts- und Interesseverbänden, Experten und Bürgern gebildet. Als Bürgervertreter wurden von den Neustädterinnen und Neustädter Christoph Lietzau und Steffen Kopischke und als Vertretung Henry Gathmann und Eckhard Buntrock gewählt. Dieses Fach- und Sachgremium hat sich für eine Vergabe mit einem zweistufigen in das ÖPP-Verfahren integrierten Architektenwettbewerb entschieden. Damit wird die Gestaltung des Rathauses einen nochmals wichtigeren Stellenwert erhalten, was im Hinblick auf eine lange Nutzungsdauer nur gut sein kann. Momentan wird die europaweite Ausschreibung vorbereitet. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Stadtverwaltung im Frühjahr 2019 zu einem Vertragsabschluss kommen.

Wie Sie nun lesen konnten, gibt es zahlreiche Projekte, die im Neustädter Land umzusetzen sind. In vielen Fällen ist die Stadt weder Eigentümer noch Bauherr. Trotzdem wird „Ihre“ Stadtverwaltung auch künftig die Projekte begleiten, um Anregungen und Bedenken zu geben und Sie dabei einzubinden. Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018.

Ihr Bürgermeister


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