Informationen zur Rattenbekämpfung in Neustadt

Aktuell werden wieder Giftköder in den städtischen Abwasserkanälen ausgelegt. Für die Rattenbekämpfung auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer zuständig.

Der Abwasserbehandlungsbetrieb Neustadt (ABN) und die Stadt Neustadt am Rübenberge gehen wieder auf Rattenjagd: In der Kernstadt sind aktuell Schädlingsbekämpfer der Firma Kill-Tec unterwegs, die Giftköder in den städtischen Abwasserkanälen auslegen. Im Anschluss geht es in den Ortsteilen weiter. Gefahr für Menschen und Haustiere besteht nicht. Die Köder werden ausschließlich in die Schachtbauwerke des Kanalnetzes gelegt und sind somit nicht direkt erreichbar. Es handelt sich um eine turnusmäßige Aktion, die am Freitag, 3. November, abgeschlossen sein soll. In der Kernstadt werden zweimal jährlich Köder im Kanalnetz ausgelegt.

Ratten übertragen gefährliche Krankheiten

Ratten sind extrem anpassungsfähig und stellen ein echtes Problem dar. Sie siedeln in Schachtanlagen und Tunneln oder verstecken sich in kleinen Spalten. Auch im Neustädter Land, speziell in der Kernstadt, nimmt die Rattenpopulation seit einigen Jahren stetig zu. Und das ist gefährlich: Ratten tragen Krankheitserreger in sich, die auch für Menschen und Haustiere gefährlich werden können und beispielsweise zu Darmerkrankungen, Hirnhautentzündung oder Fieberkrämpfen führen können. Bei Tieren kann es sogar zum Nierenversagen kommen.

Über Ausscheidungen wie Kot und Urin, aber auch durch Bisse können die Nager Viren und Bakterien auf andere Lebewesen übertragen. Zudem sind im Fell der Ratten Flöhe heimisch, die ihrerseits auf den Menschen überspringen können. Experten raten daher, Ratten nie zu nahe zu kommen und auch tote Tiere ausschließlich mit Handschuhen anzufassen.

Der städtische Abwasserkanal ist kein Mülleimer

Einer der Hauptgründe für die stetig steigende Population der Ratten ist von Menschenhand gemacht, da sich immer weniger Bürgerinnen und Bürger an die gesetzlichen Regeln der Müllentsorgung halten: Auch in Neustadt landen immer noch viele Essensreste in der Toilette, Hausmüll wird illegal in öffentlichen Papierkörben entsorgt oder achtlos auf die Straße geschmissen. „Wenn es um Müll geht, vergessen immer mehr Menschen ihre Manieren – sehr zur Freude der Ratten. Die wilde Entsorgung von Unrat verschandelt nicht nur das Stadtbild und geht zu Kosten der Allgemeinheit, sie führt auch zu einem Anstieg der Rattenpopulation“, sagt Stadtsprecher Benjamin Gleue.

Mit Beginn des Herbstes und den damit sinkenden Temperaturen zieht es die Ratten nun vermehrt in die Kanäle, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfinden und keine natürlichen Feinde zu fürchten haben. Unabhängig davon werden die Nagetiere immer dreister und – anders als noch vor einigen Jahren – mittlerweile immer häufiger auch tagsüber im Stadtbild gesichtet. Vor allem rund um den Bahnhof, an der Landwehrunterführung und am Rundeel gibt es in jüngster Zeit vermehrt Meldungen über Rattensichtungen. „Von einer Plage kann in Neustadt aber absolut nicht die Rede sein, die Bekämpfung der sich rasch vermehrenden Nagetiere wird aber immer schwieriger und aufwendiger“, sagt ABN-Mitarbeiter Hartmut Rohr-Knobloch.

Ratten sind Allesfresser, besitzen eine hohe Lernfähigkeit und ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Tiere haben sich längst an den Menschen gewöhnt und gelernt, mit Giftködern umzugehen. Die zumeist in Rudeln lebenden Ratten schicken zunächst immer einen Vorkoster zur vermeintlichen Futterquelle, verendet dieser direkt nach der Nahrungsaufnahme, rühren die anderen Tiere den Köder nicht mehr an. Daher setzen die Kill-Tec-Mitarbeiter auf Köder mit blutgerinnungshemmendem Wirkstoff. Durch diesen verenden die Tiere unter den Anzeichen der natürlichen Alterung, ohne Schmerzen zu verspüren und ohne ihre Artgenossen zu warnen.

Auf privaten Flächen sind die Eigentümer für die Bekämpfung der Ratten zuständig

Eine dauerhafte Eindämmung der Rattenpopulation im Neustädter Land ist nur möglich, wenn alle Neustädterinnen und Neustädter mithelfen. Sei es durch die richtige Entsorgung ihres Mülls oder die eigene Bekämpfung der Nager. Wer eine Ratte im Haus oder auf seinem Grundstück sichtet, ist nach der „Verordnung über die Rattenbekämpfung im Lande Niedersachsen“ verpflichtet, sich auf eigene Kosten um die Bekämpfung zu kümmern. Wer dies nicht erledigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld.

Einzeltiere, besonders im Haus, können am besten mit Rattenfallen bekämpft werden. Rattenköder gibt es im Fachhandel in Streu- und Flockenform sowie als Granulat. Zur Rattenbekämpfung sind ausschließlich Mittel und Geräte zu verwenden, die auf der Verpackung ein Anerkennungszeichen tragen. Fragen zum Umgang mit Ratten beantwortet ABN-Mitarbeiter Hartmut Rohr-Knobloch unter Telefon (0 50 32) 84 - 254.

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