Bürgermeister Uwe Sternbeck, Elke van Zadel, Fachbereichsleiterin Verkehr bei der Region und Jörg Homeier, Fachbereichsleiter Infrastruktur der Stadt (von links) unterzeichnen die Vereinbarung.

Der schlechte Zustand der Landwehr hat bald ein Ende

Großbaustelle: Im Frühjahr 2019 soll die Vollsanierung der Kreisstraße 347 beginnen, die gesamte Maßnahme ist in drei Abschnitte aufgeiteilt.

Seit Jahren ist die Landwehr (Kreisstraße  347) in einem baulich sehr schlechten Zustand. Baugrunduntersuchungen haben gezeigt, dass der Untergrund der Fahrbahn nicht tragfähig ist. Zudem wurde bei einer im Jahr 2016 durchgeführten TV-Kanaluntersuchung festgestellt, dass die Niederschlagswasserkanalisation und die Schmutzwasserhausanschlüsse einen nicht unerheblichen Sanierungsbedarf aufweisen: Nun werden Straße, Gehwege und Kanalsystem in einer Gemeinschaftsaktion der Region Hannover, der Stadt Neustadt und des Abwasserbehandlungsbetriebes Neustadt (ABN) erneuert. Gestern haben Vertreter der Region und der Stadt die Vereinbarung für das Straßensanierungsprojekt unterschrieben.

Im Frühjahr 2019  soll der Ausbau der für den innerstädtischen Verkehrsfluss wichtigen Verbindung  starten – dann beginnt die Region Hannover die Kreisstraße im Vollausbau zwischen der Königsberger Straße und der Straße Im Bürgermoor grundlegend erneuern zu lassen. Im Bereich der Unterführung, also zwischen Königsberger Straße und Nienburger Straße (Bundesstraße 442), wird die Decke saniert. Im Zuge des Straßenausbaus erneuert die Stadt Neustadt die Seitenräume (Gehwege, Parkstände, Grünstreifen einschließlich Bepflanzung und Beleuchtung), der ABN erneuert die Niederschlagswasserkanalisation einschließlich der Straßenabläufe und Hausanschlüsse sowie die Schmutzwasserhausanschlüsse.

Die gesamte Maßnahme wird in drei Abschnitte eingeteilt und sich auf Jahre strecken. Es wird ein Abschnitt pro Jahr erneuet, gebaut wird  voraussichtlich jeweils zwischen Frühjahr und Herbst/Winter.

Im Detail sollen folgende Maßnahmen zur Ausführung kommen:

Straßenbau:

1. Auf Höhe der Straße „Im Bürgermoor“ werden Radfahrende vom nördlich geführten Radweg auf die südliche Straßenseite mittels Querungshilfe geleitet.
2. Die Radfahrenden haben zwischen der Straße „Im Bürgermoor“ und dem zukünftig möglichen Baugebiet „Hüttendamm“ die Möglichkeit, auf einen neu angelegten, 3,20 m breiten und von der Fahrbahn abgesetzten, Radweg auszuweichen, der durch die  jetzige Grünanlage geführt wird.
3. Auf der gesamten Stecke werden Radfahrende zukünftig beidseitig der insgesamt 7,75 m breiten Fahrbahn auf 1,50 m breiten Schutzstreifen geführt. Dies entspricht der StVO, den aktuellen Richtlinien sowie der Empfehlung des ADFC, sodass die Region Hannover diese Führung des Radverkehrs bei vielen sanierungsbedürftigen Strecken umsetzt.
4. Radfahrende können alternativ auch den Gehweg (Breite > 2,50 m) nutzen, dann aber in langsamer und rücksichtsvoller Fahrweise (Schrittgeschwindigkeit) - Beschilderung „Gehweg - Radfahrer frei“.
5. Die Anbindung des Plangebietes „Hüttendamm“ erfolgt auf Höhe der Straße „Am Pfingstgraben“, sodass dort kein Versatz, sondern eine Kreuzung entsteht.
6. Die vorhandenen sechs Bushaltestellen werden barrierefrei ausgebaut.
7. Auf Höhe der Kreuzung Kornstraße/Ahnsförth soll künftig eine zusätzliche Ampel das Queren der Fahrbahn, besonders für Schulkinder, erleichtern.
8. Grundsätzlich werden alle Ampeln im Zuge des Ausbaus barrierefrei hergestellt und erneuert.
9. Um unnötigen Rückstau zu vermeiden, sind im Kreuzungsbereich „Königsberger Straße“ Linksabbiegefahrstreifen in die „Königsberger Straße“ (stadteinwärts) und auf den Lidl-Parkplatz (stadtauswärts) vorgesehen.
10. Ebenso ist ein Linksabbiegefahrstreifen für aus Osten kommende Verkehrsteilnehmer (stadtauswärts) in die „Hans-Böckler-Straße“ vorgesehen.
11. Die Längsparkstände im Verlauf Landwehr / K 347 sollen durch Markierungen für das Parken von PKWs ausgewiesen werden.

Pläne, Skizzen und weitere Informationen sind auf dieser Seite zu finden.

Kanalbau:

1. Der alte Niederschlagswasserkanal befindet sich derzeit im Bereich des nördlichen Fußweges. Aufgrund der in unmittelbarer Nähe gelegenen Versorgungsleitungen wird der neue Niederschlagswasserkanal auf der gesamten Ausbaulänge in offener Bauweise in die Fahrbahn gelegt.
2. An den neuen Niederschlagswasserkanal werden sowohl die im Rahmen des Straßenausbaues neu zu setzenden Straßenabläufe mit den dazugehörigen Anschlussleitungen angeschlossen als auch alle Privatgrundstücke, die an den bisherigen (alten) öffentlichen Niederschlagswasserkanal angeschlossen waren.
3. Die Anschlussleitungen der privaten Grundstücksentwässerungen und die Schmutzwasserhausanschlussleitungen werden nur im öffentlichen Bereich bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze erneuert. Dabei entstehen den Grundstückseigentümern keine Kosten.

Kosten für Bau und Planung:

Insgesamt ist die Landwehr-Sanierung auf 7,9 Millionen Euro Baukosten veranschlagt. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

- Die vorläufig geschätzten Herstellungskosten der Fahrbahn, einschließlich der Lichtsignalanlagen, Querungshilfen und barrierefreien Bushaltestellen betragen ca. 5.000.000,00 Euro. (Diese Kosten zahlt die Region Hannover)
- Die vorläufig geschätzten Herstellungskosten für die Seitenräume betragen ca. 1.200.000,00 Euro. (Diese Kosten zahlt die Stadt Neustadt)
- Die vorläufig geschätzten Herstellungskosten der zu erneuernden Kanalisation betragen ca. 1.700.000,00 Euro. (Diese Kosten zahlt der ABN)

Für den Ausbau der Verkehrsflächen (Fahrbahn und Seitenräume) hat die Region Hannover für sich selbst sowie die Stadt Fördergeld nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beantragt. Die Förderung aus GVFG-Mitteln beträgt 60 % für die Region Hannover und 75 % für die Stadt Neustadt auf die reinen Baukosten.

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