Bürgermeister Uwe Sternbeck (links) und Umweltminister Olaf Lies.

Windkraftstandort Neustadt in Gefahr

Deutsche Flugsicherung blockiert Windkraftprojekte. Minister Olaf Lies appelliert an das  Bundesministerium, optionale technische Lösungen zu suchen

Im Neustädter Stadtgebiet können derzeit in einem Radius von 15 Kilometer um das sogenannte Drehfunkfeuer Nienburg weder neue Windkraftanlagen errichtet, noch alte Anlagen repowert werden. Mit Hinweis auf die Flugsicherheit verweigert das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit (BAF) bzw. die Deutsche Flugsicherung

(DFS) die Genehmigung. Der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies,  hat heute in Hagen gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Sternbeck, dem Chef der Klimaschutzagentur Udo Sahling sowie dem Sprecher der Planerallianz  Alexander Jäger-Bloh über dieses Spannungsfeld informiert und auf Lösungen gedrungen. Wie Jäger-Bloh erläuterte sind allein im Neustädter Bereich die Existenz von mehr als 100 Windkraftanlagen in Gefahr: „Durch die Verweigerung werden hier derzeit 450 Gigawatt Strom pro Jahr nicht erzeugt. Damit könnten 130.000 Haushalte mit Strom versorgt werden“.  

Drehfunkfeuer ist eine analoge Technik zur Navigation von Luftfahrzeugen. Allerdings werden moderne Flugzeuge derzeit mit Hilfe von Satelliten gesteuert. „Wir appellieren an das Bundesministerium hier optionale technische Lösungen zu suchen“, so Minister Lies. Auch Bürgermeister Sternbeck betonte den Wirtschaftsfaktor Windkraft für die Region und forderte internationale Standards einzuführen. Kein anderes Land lege so große, nicht nachvollziehbare Schutzradien zugrunde.

In der Region Hannover werden zwei Drittel aller potentiellen Windkraftflächen derzeit durch die Flugsicherung mit einem Bauverbot blockiert, erklärte Udo Sahling. Sonja Beuning, Fachbereichsleiterin bei der Region Hannover brachte es auf den Punkt:  „Das ist ein unhaltbarer Zustand, ein konstruktiver Dialog ist nicht mehr möglich“.

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