Elterngeld: Auszahlung verzögert sich 14 Tage

Noch immer ist das EDV-Netzwerk der Verwaltung nicht funktionsfähig. Deshalb verzögert sich die Auszahlung des Elterngeldes.

Nach einem massiven Trojaner-Angriff musste die Verwaltung am vergangenen Freitag vom Netz gehen.
Betroffen sind alle Systeme, auch die Spezialanwendung mit der die Auszahlung des
Elterngeldes abgewickelt wird. Turnusmäßig hätten die ersten Zahlungen am 15. 9. veranlasst
werden müssen. Das ist leider nicht möglich. Betroffen sind 210 Empfänger.

„Die Auszahlung wird sich verzögern. Wir bedauern das sehr und tun alles, unsere Systeme so schnell als
möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Wir streben an, das Elterngeld am 1. Oktober auszahlen
zu können“, sagt Monika Baroke, Fachdienstleiterin Soziales. Benachbarte Kommunen können
Neustadt beim Elterngeld leider nicht unterstützen. Die Akten, in denen die Daten der Empfänger
und die Höhe der Zahlung verzeichnet sind, liegen ausschließlich in Neustadt vor. Erst wenn
diese Datenbank wieder funktioniert, ist eine Auszahlung möglich.

Gute Nachrichten gibt es hingegen aus dem Stadtbüro. Dort werden die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter voraussichtlich am Montag wieder arbeitsfähig sein. Die Bürgerservices werden
zuerst ihre Funktionsfähigkeit wieder herstellen - dann folgen nach und nach die Rechner der
anderen Organisationseinheiten. Ausgenommen davon ist die Kfz-Zulassung, Bürgerinnen und
Bürger, die ein Kfz an-, ab- oder ummelden möchten, müssen noch einige Tage auf die
Zulassungsstellen in Wunstorf oder in der Wedemark ausweichen.

Aktuell wird die Netzinfrastruktur der Stadtverwaltung komplett neu aufgebaut. Das soll bereits
heute abgeschlossen sein. Parallel dazu läuft ein erster Stresstest: Die wichtigste Software der
Stadtverwaltung – die Finanzsoftware – wird neu installiert und alle Daten neu eingelesen.
Wenn das erfolgreich abgeschlossen ist, fahren alle anderen Systeme nach und nach hoch.
Auch hier bedeutet das eine komplette Neuinstallation. Insgesamt müssen etwa 300 Geräte
überprüft und neu aufgesetzt werden.
„Bei dem, was die Stadtverwaltung gerade stemmen muss, freuen wir uns über die breite
Solidarität, die wir von unseren Nachbarkommunen, Softwarefirmen und den Neustädter
Bürgerinnen und Bürger bekommen“, betont der Erste Stadtrat Maic Schillack.

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