Neustadt wappnet sich gegen Starkregen

Region Hannover unterstützt Projekt zur Klimafolgenanpassung mit 40.000 Euro.

Wenn große Mengen Niederschlag binnen kurzer Zeit fallen, spricht man von einem Starkregen. Ein Wetterereignis, das durch den Klimawandel auch in der Region Hannover zu einer häufiger auftretenden Gefahr werden kann. Neustadt a. Rbge. erstellt deshalb mit ihrem Abwasserbehandlungsbetrieb für die Kernstadt einen Generalentwässerungsplan (GEP), um auch niedergehende Regenmengen mit mehr als 20 Millimeter pro Quadratmetern gemessen in sechs Stunden bewältigen zu können. Die Region Hannover fördert den Managementplan der Kommune gegen die Naturgefahr aus den Wolken mit 40.000 Euro als Pilotprojekt für Ihr Förderprogramm zur Klimafolgenanpassung.

In der Kernstadt der Stadt Neustadt am Rübenberge, mit einer Fläche von 39 Quadratkilometer und rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einem Kanalnetz von 150 Kilometer Länge, wird dazu ein Konzept zum Management von unwetterartigen Regengüssen und mit Hilfe eines GEP ein langfristiges Entwässerungskonzept entwickelt. Dabei wird ein integrativer Ansatz durch komplexe Verknüpfungen des Kanalnetzes, der räumlichen Niederschlagsdaten und der Oberflächenstrukturen angestrebt. Diese Oberflächenstrukturen umfassen dabei sowohl die Versiegelungsgrade von Flächen wie auch andere geographische Strukturdaten. Integriert werden auch bisherige Überflutungsnachweise. Insgesamt stehen dafür 150.000 Euro bereit.

Nils Kreber, Projektleiter beim Abwasserbehandlungsbetriebes Neustadt (ABN), erläutert: „Mithilfe eines neu entwickelten Analysemodells modellieren wir die Ausbreitungsprozesse des Regenwassers bei Starkregenereignissen und können so punktgenaue Vorhersagen darüber treffen, wie und wo sich das Wasser im Kanalsystem und an der Oberfläche sammelt.“

Der ABN kann so Maßnahmen entwickeln, die bereits beim oberirdischen Abfluss ansetzen um eine Überlastung des Kanalsystems zu verhindern. Hierzu zählen eine „wassersensible“ Stadtentwicklung bei Vermeidung von unnötigen Flächenversiegelungen, die Renaturierung von Fließgewässern sowie die Sicherung von privaten und öffentlichen Grünflächen und Freiräumen zur Retention.

Das Projekt wird als Pilotprojekt durch die Klimaschutzleitstelle der Region Hannover gefördert. Ein Baustein des Projektes wird sich daher mit der Übertragbarkeit des Projektes auf andere Kommunen befassen. „Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen nach Starkregen, vom Sturm umgeknickte Bäume auf der Fahrbahn: Den Städten und Gemeinden kommt beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels eine wichtige Rolle zu. Mit unserer Förderrichtlinie zur Klimafolgenanpassung wollen wir sie dabei unterstützen, sich systematisch mit den notwendigen Lösungen zu befassen und die Überlegungen in die Entwicklung der örtlichen Infrastruktur einzubinden“, so Christine Karasch, Regionsdezernentin für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover.

Bezuschusst werden sowohl die Erstellung kommunaler Konzepte als auch die Umsetzung von Maßnahmen. Ziel ist, sogenannte blaue und grüne Infrastruktur zu schaffen, zum Beispiel Überflutungsflächen für Niederschlagswasser zu planen, bei Neupflanzungen neue Pflanz- und Bewässerungssysteme zu berücksichtigen oder Bebauung so zu gestalten, dass Hitzeinseln verschwinden. In 2021 stehen hierfür 250.000 Euro, im Folgejahr 150.000 Euro bereit.

Die Förderrichtlinie ist ein Baustein des Klimaanpassungskonzepts der Region Hannover. Über das Programm sowie weitere Förderprogramme auf Bundes- oder Landesebene zum Klimawandel  informiert die Klimaschutzleitstelle der Region auf Anfrage über die E-Mail-Adresse .

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