Aktuelles

Hier finden Sie die aktuellen Projekte der Gleichstellungsbeauftragten de Stadt Neustadt a. Rbge.

Interviewreihe zum Internationalen Frauentag - 8. März

Am 8. März wird seit mehr als 100 Jahren der Internationale Frauentag begangen. Seine Wurzeln hat der Weltfrauentag in der Arbeiterinnenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Seither steht der Tag für den Kampf um mehr Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung von Frauen.

Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren im sozialen und ökonomischen Leben, bestimmte Berufsgruppen und Bereiche sind systemrelevant. Das Gesundheitswesen, die Grund- und Lebensmittelversorgung wie auch Pflege und Kinderbetreuung, um nur einige zu nennen. Nicht nur die Einstufung als systemrelevant haben diese Berufsgruppen gemeinsam, sondern auch, dass sie mehrheitlich von Frauen besetzt sind. Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass der Frauenanteil im Einzelhandel mit Lebensmitteln bei ca. 73%, in Krankenhäusern bei 76% und in Kindergärten sogar bei knapp 93% liegt.

Wie Neustadts Frauen das letzte Jahr gemeistert haben, interessiert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Melissa Depping hat Interviews mit Frauen aus Neustadt geführt, um aufzuzeigen vor welchen Herausforderungen die Frauen im vergangenen Jahr standen. Ob Jugendpflege, Frauenberatung, Kindertagesstätte, Schulsozialarbeit oder Lebensmitteleinzelhandel – lesen Sie selbst.

  • Jutta Wienand - Frauenberatungsstelle

    Jutta Wienand (Diplom Sozialpädagogin) arbeitet in der Frauenberatungsstelle Neustadt a. Rbge.

    Jutta Wienand (Diplom Sozialpädagogin) arbeitet in der Frauenberatungsstelle Neustadt. Als spezialisierte, ambulante Fachstelle beim Gewaltschutz für Frauen und Mütter sowie bei weiteren spezifischen Problemlagen, ist der Arbeitsalltag vielfältig. Neben Beratung, Unterstützung und der Durchführung von Gruppenangeboten sind auch Präventions-, Öffentlichkeits- und Gremienarbeit Teile der Aufgabenbereiche. Die Mitarbeiterinnen sind in der Regel vor Ort, haben Präsenzpflicht zu den Sprechzeiten und sind auch außerhalb dieser erreichbar. Die persönlichen Kontakte und Begegnungen, ob in der Beratungsarbeit, bei Gruppenangeboten oder in Gremien sind für Frau Wienand wesentliche Voraussetzungen für ein effektives Arbeiten.

    Dass die Arbeit der Frauenberatungsstelle als systemrelevant gilt, wird von Frau Wienand begrüßt, da so die Angebote zum Teil aufrechterhalten werden konnten. (Pressemitteilung BMFSFJ, Ministerin Giffey, vom 09.04.2020). Vorausschauend hatten bereits im März 2020 die Gleichstellungsbeauftragten der Region Hannover, Frau Petra Mundt und der LHH, Frau Frederike Kämpfe öffentlich mitgeteilt, dass telefonische Beratungen bei Gewalt, Krisen und Notlagen verlässlich durch die Beratungsstellen angeboten werden.

    Die Mitarbeiterinnen haben im vergangenen Jahr ihre Arbeitsabläufe umstrukturiert. Die Arbeit im Home-Office ist „einerseits hilfreich, andererseits minimiert es die vor Ort Präsenz“. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Verwaltungsaufwand, ein Hygienekonzept musste entwickelt und auch die digitale Kommunikation in der Gremien- und Vernetzungsarbeit musste ausgeweitet werden.

    Die Einschränkungen bei den persönlichen Beratungs- und Gruppenangeboten wertet Frau Wienand als „schwerwiegend bis besorgniserregend“. Immer wieder berichten Frauen von zunehmender Isolation, wenig bis keinen Außenkontakten und einem verstärktem Kontroll- und Machtverhalten durch die Ex-/ Partner. Die Angebote im Rahmen des Jahresprogramms mussten 2020 fast alle absagt werden. Aber gerade dieser Arbeitsbereich hat in der Vergangenheit den Bekanntheitsgrad der Frauenberatungsstelle deutlich gesteigert. Die einzelnen Angebote sind u.a. zur Stärkung der Selbstkompetenz ausgerichtet und werden laut Frau Wienand von den Frauen aus Neustadt gerne angenommen.

    Auch wenn die Frauenberatungsstelle eine Kriseneinrichtung ist, war das letzte Jahr eine besondere Herausforderung. Wichtig war die Erreichbarkeit der Frauenberatungsstelle zu gewährleisten. Damit verbunden war die Erarbeitung eines Hygienekonzepts sowie entsprechende Anschaffungen, wie Spuckschutzwände, zu tätigen. Für das Team der Frauenberatungsstelle bedeutete das letzte Jahr die Diskussions- und Entscheidungsprozesse immer wieder neu und möglichst im Konsens unter Bezug der aktuellen Entwicklungen zu führen. „Das ist uns ganz gut gelungen“, so Wienand.

    Um mit den neuen Bedingungen besser zurecht zu kommen, bedarf es nach Frau Wienand „klare Aussagen und Bekenntnisse zur Wichtigkeit des Gewaltschutzes“. Der Schutz von Frauen und Kindern muss weiter in den Fokus gerückt und gesamtgesellschaftlich erkannt werden. Frau Wienand wünscht sich daher „Schutz vor Gewalt und dass das Recht auf ein gewaltfreies Leben wirklich und konsequent umgesetzt wird.“

  • Jule Reichert - Jugendpflege

    ule Reichert arbeitet als Sozialarbeiterin im Jugendhaus im Team der Stadtjugendpflege Neustadt a. Rbge.

    Jule Reichert arbeitet als Sozialarbeiterin im Team der Stadtjugendpflege Neustadt im Jugendhaus. - Großer Weg 3. Ein bedeutender Arbeitsschwerpunkt des Jugendhauses bildet die „Offene Tür“. Neustädter Kinder und Jugendliche können (außer dienstags) zwischen 15 bis 20 Uhr in das Jugendhaus kommen und dort ihre Freizeit verbringen. Neben der „Offenen Tür“ organisieren Frau Reichert und das Team des Jugendhauses viele weitere Angebote. So zum Beispiel die Jugendleiter*innen-Ausbildung oder der jährlich in den Sommerferien stattfindende Ferienpass.

    In Niedersachsen wird die Jugendarbeit laut Corona-Verordnung als „systemrelevant“ eingestuft. „Dass wir trotz des Lockdowns das Haus offenlassen können, empfinde ich als große Wertschätzung für unsere Arbeit“, so Reichert. „Hier in Neustadt haben wir das Glück und die Chance, weiterhin aktiv sein zu dürfen und den Kindern und Jugendlichen trotz der Umstände tolle Freizeitangebote ermöglichen zu können“. Frau Reichert war und ist es wichtig weiterhin als Ansprechperson für die Kinder und Jugendlichen da zu sein. Da Schulen und viele Freizeiteinrichtungen geschlossen waren oder zum Teil auch noch sind, ist das Jugendhaus eine der verbleibenden Anlaufstellen für die Kinder und Jugendlichen in Neustadt. Wie wichtig die Erreichbarkeit für „Stammbesucher*innen“ des Jugendhaues ist, zeigt sich darin, dass sie trotz Corona fast täglich ins Jugendhaus kommen.

    Trotz dessen, dass das Jugendhaus weiterhin offen ist, sind doch einige Veränderungen im Arbeitsalltag zu erkennen. Nicht alle Angebote, die vor Corona möglich waren, lassen sich jetzt noch regulär durchführen. Durch die Hygiene- und Abstandsregeln ist das Haus derzeit nur noch für kleine Gruppen und ausschließlich bis 18 Uhr geöffnet. Frau Reichert bedauert diese Einschränkungen, da vor Corona an manchen Tagen bis zu 30 Leute gleichzeitig im Haus waren. „Dadurch hat sich auch unsere Arbeitsweise und unser pädagogisches Handeln verändert, die Beziehungsarbeit ist deutlich in den Vordergrund gerückt“ merkt die Sozialarbeiterin an.

    Im vergangenen Jahr hat das Team des Jugendhauses vermehrt medienpädagogische Ansätze in ihre Arbeit mit aufgenommen. So wurden mithilfe des Tools „Actionbound“ zwei „digitale Schnitzeljagden“ erstellt. Diese können die Kinder und Jugendlichen allein, aber auch als gemeinsame Aktivität spielen, und somit nebenbei einige Ecken der Neustädter Innenstadt entdecken.

    Besonders froh ist Frau Reichert, dass der Ferienpass im vergangenen Jahr trotz Corona eingeschränkt stattgefunden hat. Sie ist auch jetzt voller Zuversicht, dass in 2021 ihr Team gemeinsam mit Neustädter Vereinen und Ehrenamtlichen ein tolles Angebot auf die Beine stellen werden.

    Frau Reichert wünscht sich vor allem mehr Planungssicherheit für die Zukunft des Jugendhauses und der Jugendarbeit in Neustadt. Ihrer Meinung nach hat sich die Jugendpflege bisher ganz gut geschlagen. „Wir werden aber auch noch eine Menge Geduld brauchen, bis sich die Situation wieder verbessert oder sogar normalisiert hat“. Die Sozialarbeiterin freut sich schon darauf bald wieder unbeschwerter und weniger eingeschränkt arbeiten zu können.

  • Erzieherinnen in der Kita


    In der Kindertagesstätte in Poggenhagen gibt es drei Gruppen, einen Hort und eine Krippe. Vor Corona durften sich die Gruppen bunt mischen, gemeinsam essen und spielen. Die Kita bietet den Kindern verschiedene Räume zum Experimentieren, Lernen und Spaß haben. Ob in der Küche, im Bastelraum oder im Werkraum. Jedes Kind konnte nach eigener Lust und Laune den Bereich wählen, welcher an dem Tag am spannendsten war. Durch die Pandemie mussten die Erzieherinnen umdisponieren. Derzeit befindet sich die Kita Lummerland im „Szenario C“. „Das heißt: Die Kitas sind geschlossen, bieten aber eine Notbetreuung an“. Trotzdem sind fast 60% der Kinder anwesend. Eltern die die Notfallbetreuung der Kitas nutzen möchten, benötigen eine Bescheinigung darüber, dass sie in einer betriebsnotwendigen Stellung in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichem Interesse tätig sind. Die interviewten Erzieherinnen (die beiden möchten auf Wunsch anonym bleiben) wünschen sich, dass sich die Eltern verantwortungsbewusst verhalten und die benötigte Bescheinigung wirklich nur in Ausnahmefällen beantragen, um die Situation in der Kita zu entlasten.

    Seitdem sich die Kita im „Szenario C“ befindet, dürfen sich die Stammgruppen nicht mehr untereinander mischen. Jeder Gruppe steht nun ein fester Raum zur Verfügung. Für die Erzieherinnen bedeutete dies, die vorhandenen Räume ausgeglichener auszustatten. Der Werkraum enthielt keine Bastelmaterialien, der Bastelraum keine Spielsachen und andersrum. Die vorhandenen Materialien wurden soweit wie möglich gleichmäßig auf die Räume verteilt. Die interviewten Erzieherinnen berichten, dass es für die Kinder sehr schwer und vor allem nicht verständlich ist, warum sie sich nicht mehr frei in der Kita bewegen und Freund*innen aus anderen Gruppen nicht sehen dürfen. Die Umstrukturierung geht mit einem größeren Personalbedarf einher, denn nun können die Erzieherinnen nicht mehr da einspringen wo Bedarf ist, sondern sie sind als Gruppenleitung an ihre Stammgruppe gebunden. Durch diese Inflexibilität haben sich auch die Arbeitszeiten in der Kita Lummerland geändert.

    Ein großes Ärgernis ist die falsche Berichterstattung. Die interviewten Erzieherinnen beklagen die Falschmeldungen. „Wir sind und waren immer offen“, dass anderes in den Medien vermittelt wird, ärgert die beiden. Die Erzieherinnen sind jeden Tag in der Kita und setzen sich tagtäglich dem Risiko einer Ansteckung aus. Denn die Kleinen verstehen die Situation nicht. Die Kinder sind den Interviewten hautnah, sitzen auf dem Schoß, lachen und singen lauthals, husten ohne Hand vorm Mund, fassen alles an – so wie Kleinkinder eben sind.

    Trotz alledem sind die Erzieherinnen sehr stolz darauf, dass die Kinder trotz der anstrengenden Situation und den Veränderungen in der Kita immer noch gerne kommen. Seit der Pandemie wird der Alltag noch konkreter besprochen und Wünsche der Kinder mit aufgenommen. „Durch die kleineren Gruppen ist auch mehr möglich“, so die Erzieherinnen. Die kleinere Gruppengröße von derzeit 12 Kindern, würden sie sehr gerne auch in Zukunft beibehalten. Bei 12 statt 25 Kindern ist mehr Zeit und Raum da, um sich auch mal länger mit einem Kind zu beschäftigen. Die Interviewten berichten, dass die Beziehung zu den Kindern in dem vergangenen Jahr noch stärker geworden ist, weil viele der Kinder mehr Nähe suchen.

  • Frau Kluge und Frau Hanekamp - Lebensmitteleinzelhandel

    J. Kluge (stellvertretende Marktleitung) und N. Hanekamp (stellvertretende Unternehmerin) arbeiten im dem im letzten Jahr neu eröffneten E-Center Hanekamp

    J. Kluge (stellvertretende Marktleitung) und N. Hanekamp (stellvertretende Unternehmerin) arbeiten im dem im letzten Jahr neu eröffneten E-Center Hanekamp. Zu ihren Hauptaufgaben gehören neben der Warenbestellung, Warenannahme und –verräumung auch die Reklamation und der Kund*innenkontakt. Auf die Frage, was sich seit Corona in ihrem Arbeitsalltag verändert hat, begegnet Frau Hanekamp „das Herzliche fehlt“. Der Umgang mit den Kund*innen war im vergangenen Jahr teilweise kräftezerrend. Diskussionen rund um das Abstandhalten, die verpflichtende Einkaufswagennutzung, die Verwendung von Desinfektionsmittel oder einer Warenkaufbegrenzung bei Lieferengpässen, waren anstrengend. „Wir können den Frust ja verstehen, aber uns geht’s auch nicht anders“ entgegnet Frau Kluge.

    Zusätzlich zum regulären Arbeitsalltag ergaben sich seit Ausbruch der Pandemie weitere Arbeitsaufgaben. So mussten Hygienepläne entwickelt und Schutzmaßnahmen getroffen werden. Das Desinfizieren und Abzählen der Einkaufswagen erforderte zusätzliches Personal. So bedeutete auch die geringe Anzahl an Vertreter*innenbesuchen vor Ort einen Mehraufwand, da zusätzliche Bestellungen getätigt werden und die Regaleinräumung von den Mitarbeitenden übernommen werden musste. Die Unsicherheit wann die bestellte Ware eintrifft, störte ebenfalls die Arbeitsstruktur. Damit alle Kund*innen die Möglichkeit bekommen schnell ausverkaufte Produkte zu erwerben, wurde teilweise die Hälfte der Bestellung morgens und die andere Hälfte nachmittags in die Regale geräumt.

    Die Arbeitssicherheit ist im E-Center ein zentrales Anliegen. So wurden extra Masken für die Mitarbeitenden produziert, die durch die jüngsten Vorgaben jedoch nicht mehr nutzbar sind. Die hohe Nachfrage an Desinfektionsmitteln, Handschuhen und Masken erforderte strategisches Einkaufen und Bevorratung, um Lieferverzögerungen zu überstehen.

    Die beiden Frauen wollen keinen Applaus oder Pralinen „wir haben ein Beruf wie jede*r andere auch, aber der Umgang könnte teilweise respektvoller sein“. Denn auch die Mitarbeitenden halten sich an die Vorgaben, müssen Masken tragen und Abstand halten. Und das nicht nur für ein paar Minuten, sondern den vollen Arbeitstag über. Frau Hanekamp betont das die Mehrheit der Kund*innen dies auch täte und sie froh darüber ist, dass sich die Lage inzwischen etwas beruhigt hätte, da die Kund*innen jetzt wissen, dass sie den Laden nicht schließen.

    Kluge und Hanekamp sind glücklich darüber, dass sie in einem Team arbeiten auf das sie sich verlassen können. Alle Mitarbeitenden halten sich ausnahmslos an die Vorgaben und zeigen größtes Verständnis für die Situation. Trotz der noch recht neuen Zusammensetzung der Mitarbeitenden, hält das Team fest zusammen. Beide Frauen freuen sich aber schon darauf, wenn Teamevents wieder möglich sind, um noch besser als Gemeinschaft zusammen wachsen zu können.

    Generell hoffen die Beiden auf mehr Positivität, Fröhlichkeit und dass sie das Lächeln der Kund*innen bald nicht mehr nur unter den Masken erahnen müssen.

  • Schulsozialarbeit

    Der Alltag der interviewten Schulsozialarbeiterin (die Person möchte auf Wunsch anonym bleiben) bestand vor Corona aus Sozialkompetenztrainings, Beratungen von Lehrkräften oder Einzelgesprächen mit Schüler*innen, die nach Auftrag durchgeführt wurden. Dazu war sie je nach Grundschule ein- bis dreimal wöchentlich zu den Pausenzeiten in den Lehrkräftezimmern anwesend. Dazu kamen Lehrkräfte-Eltern-Gespräche, Einzel-Eltern-Gespräche oder die Vorbereitung von Lernförderanträgen für Schüler*innen. Eine Grundschule bietet ein wöchentliches 90-minütiges Elterncafé für Eltern mit Migrationshintergrund an. In Zusammenarbeit mit einer pädagogischen Fachkraft, die die „Sprachförderung Deutsch“ explizit für Flüchtlingskinder anbietet, wurden die teilnehmenden Eltern über die sprachlichen Fortschritte ihrer Kinder, deren emotionale Verfassung sowie über schulische Termine informiert.

    Die Schulsozialarbeiterin betont, dass durch den regelmäßigen Kontakt und die Anwesenheit vor Ort ein ganz niedrigschwelliger Austausch möglich war, der die Vertrauensbasis stark gefördert hat. Durch Corona ist das nicht mehr möglich. So bietet die Schulsozialarbeiterin den Lehrkräften weiterhin Kontaktmöglichkeiten über Telefon oder Iserv, dem Schulserver, an. Für ihre Präsenzzeiten wurde der Schulsozialarbeiterin ein Raum in einer Grundschule zugewiesen, den sie - mit Ausnahme der Lockdowns - nutzen konnte. Der Raum wird seitdem auch für Einzelgespräche mit Schüler*innen genutzt. Auch Lehrkräfte müssen sich nun „aktiv auf den Weg“ zur Schulsozialarbeiterin begeben. „Der ansonsten unkomplizierte, direkte Austausch über Fortschritte in Arbeitsaufträgen erfolgt nun hauptsächlich über E-Mails“.

    In dringenden Fällen werden auch Hausbesuche bei Schüler*innen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt. Vor dem Lockdown gehörten diese nicht zu den Aufgaben der Schulsozialarbeiterin. Die Sozialkompetenztrainings, Konferenzen uns sämtliche Gruppenangebote können seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr durchgeführt werden. So musste auch das besagte Elterncafé eingestellt werden.

    Die Schulsozialarbeiterin verzichtete selbst auf die eigene Nutzung der Notfallbetreuung und jongliert seitdem Zuhause zwischen dem Homeschooling zweier Kinder und dem eigenen Home-Office.

    Auf die Frage was sich ändern müsste, um mit den neuen Bedingungen besser zurechtzukommen, begegnete die Schulsozialarbeiterin mit: „realistische Lösungsansätze“. Damit meint sie Lösungsansätze die nicht auf politischer Ebene entwickelt werden, sondern von Menschen vor Ort. Von jenen, die die Lösungsansätze tatsächlich im Alltag umsetzen. Sie wünscht sich mehr „Klarheit, Transparenz, Zuversicht, Verantwortlichkeit und Menschlichkeit – sowohl im täglichen Miteinander als auch auf politischer Ebene.“

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