Blick auf den Hauteingang des Schlosses.

Schloss Landestrost

Schloss Landestrost

Aufnahme des Schlosses von oben. Zu sehen ist der Haupteingang (Nordseite) mit den dahinter liegenden Ostflügel.


Erbauung von Schloss Landestrost und der Festungsanlage

Erich II. ließ Schloss Landestrost von 1573 bis 1584 als seinen dritten repräsentativen Bau im Stil der Renaissance errichten. Er hatte bereits die Schlösser in Uslar (1559, 1612 abgebrannt) und in Hannoversch-Münden (1562) erbauen lassen.  

Schloss Landestrost war nicht nur als herzogliche Residenz konzipiert, sondern auch als Festungsanlage. Sie umfasste das gesamte Stadtgebiet. Zu ihr gehörten Bastionen und Kasematten, von denen heute noch die Südbastion mit Kasematte und Reste am Erichsberg erhalten sind.

Historischer Kupferstich von Neustadt und Schloss Landestrost


Erich II. von Braunschweig-Lüneburg

  • 1528 Geburt auf der Erichsburg als zweites Kind von Elisabeth und Erich I., drei Geschwister (Elisabeth, Anna Maria, Katharina)
  • 1545 Erich II. heiratet Sidonia von Sachsen in Münden. Er wird 1546 mündig und übernimmt die Regierung von seiner Mutter, kehrt zum Katholizismus zurück.
  • ab 1548 häufige Reisen nach Spanien, 1556 Bestallungsvertrag mit Philipp II. von Spanien, Tätigkeit als Söldnerführer, erhält als Pfand: 1558 Woerden (NL) durch Philipp II., 1569 Grafschaft Clermont (F) mit Burggrafschaft Creil (F) durch Katharina von Medici. Die Schlossbauten von Uslar und Münden werden möglich.
  • 1573 erhält Erich den Orden vom Goldenen Vlies durch Philipp II.
  • Geburt seiner außerehelichen Kinder Wilhelm (1567) und Katharina (1569)
  • 1575 stirbt Sidonia nach langen Verdächtigungen der Zauberei gegen ihren Mann im Kloster Weißenfels, Erich heiratet Dorothea von Lothringen in Nancy.
  • Nach dem Tod Erichs 1584 durch Lungenkatarrh in Pavia, fällt Calenberg im selben Jahr an Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel.


Neustadt und die Welfen

1302 kaufte der Welfe Herzog Otto der Strenge die Grafschaft Wölpe mit der Stadt Neustadt. Die Welfen integrierten in der Folgezeit mit großer Wahrscheinlichkeit das alte feste Haus der Wölper in das Vorwerk einer neuen Burg. Sie entstand auf einer quadratischen Wallanlage und war von einer Landwehr umgeben. Der welfische Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg wurde 1470 auf dieser Burg geboren. Er entschied sich 1495 durch einen Erbteilungsvertrag für das sich herausbildende Fürstentum Calenberg-Göttingen. Neustadt als Teil von Calenberg diente unter der Regierung von Erich I. und später Elisabeths als Stätte der Hofhaltung.


Restaurierung des Schlosses seit 1985

Zwei große Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen haben Schloss Landestrost zu einem Ort für vielseitige Kulturveranstaltungen gemacht und die Nutzfläche für Eigennutzungen und Vermietungen vergrößert.

Die erste Maßnahme (1985–1991) war die Wiederherstellung des Großen Saals im 1. OG und die Freilegung von Resten der ursprünglichen Deckenbemalung, die sich an vielen Stellen findet. Zudem wurde der gesamte Ostflügel mit Stahlträgern gesichert und ein Eindruck der einstigen Dachgestaltung nachempfunden. Die jüngste Sanierung (2012–2014) machte den Nordflügel, der bis 2007 als Wohntrakt diente, der Öffentlichkeit zugänglich. Seitdem ist ein unkomplizierter barrierefreier Zugang zu den Kulturveranstaltungen möglich. Das Schloss beherbergt inzwischen eine Vielzahl von Institutionen und Firmen, die das historische Gemäuer beleben und zu einem attraktiven Anlaufpunkt in der Region machen.


Schloss Landestrost heute - Führungen

Heute hat das Team Kultur der Region Hannover ihre Büroräume im Schloss. Dazu finden sich in den Räumlichkeiten Ausstellungen und regelmäßige Veranstaltungen, wie Theater, Konzerte oder auch Lesungen. Auch Trauungen werden hier angeboten. Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Neustädter Standesamtes.

Aufgrund der derzeitigen Pandemie-Situation müssen die offenen Schlossführungen bis auf Weiteres entfallen.
Angemeldete Gruppenführungen sind möglich. Termine können unter der Telefonnummer 0511 616-26411 oder per E-Mail an kultur@region-hannover.de vereinbart werden. Bei den angemeldeten Gruppenführungen gilt die 3G-Regel einschließlich der Kontaktnachverfolgung.

Alle Informationen zu den Führungen und Tickets dazu finden Sie auf der Homepage der Stiftung Kulturregion.